Donnerstag, 28. Februar 2008

masada, das tote meer und zwischenstopp in rehovot

ich habe es tatsaechlich geschafft und bin um halb 5 aufgestanden, um mich auf den weg hoch zur festung masada zu machen. es war noch dunkel, aber es waren doch schon einige leute unterwegs, die sich den sonnenaufgang ueber dem toten meer auch nicht entgehen lassen wollten. ich habe mich anfangs einer gruppe amerikanern angeschlossen, die haben dann aber ein solches tempo hingelegt, dass ich schon bald aufgegeben habe, da mithalten zu wollen. stattdessen bin ich meinem eigenen rhythmus gefolgt, und das war gut so.
der aufstieg war verdammt anstrengend. der "snake path", der sich an der steilwand nach oben schlaengelt, ueberwindet etwa 320 hoehenmeter auf einer strecke von 2 kilometern, ein unbefestigter, von geroell uebersaeter pfad, und dazwischen immer wieder hohe, in den fels gehauene stufen. ich habe mit vielen pausen knapp anderthalb stunden gebraucht, hab mir aber auch wirklich zeit gelassen. den sonnenaufgang habe ich dann allerdings nicht von ganz oben gesehen, sondern vom pfad aus, nachdem ich ca . zwei drittel geschafft hatte, und es war wirklich sehr sehr schoen.
von der festung an sich ist nicht mehr viel uebrig ausser ein paar ruinen, aber es muss wirklich eine riesige, eindrucksvolle anlage gewesen sein. der ausblick von oben war toll, aber noch besser finde ich die luftaufnahmen von masada, die man im internet finden kann. masada ist wirklich der inbegriff einer trutzburg, und wenn man es sieht, versteht man, warum die roemer 3 jahre belagerung gebraucht haben, um eine rampe am berg hochzuziehen und die festung einzunehmen...

nachdem ich eine stunde durch die anlage spaziert bin habe ich kurz ueberlegt, mit der seilbahn wieder nach unten zu fahren, aber ich haette noch eine halbe stunde warten muessen bis die erste fuhr, und ausserdem dachte ich: nee, wenn schon, dann richtig, und so bin ich tapfer wieder abgestiegen, was wirklich nicht einfach war, das geroell teils sehr rutschig, und die hohen stufen waren auch nicht wirklich angenehm. aber ich habe es geschafft und war trotz ziemlich zittriger beine sehr stolz auf mich, als ich wieder unten ankam. schnell noch die letzte halbe stunde des fruehstuecks in der jugendherberge mitgenommen (die anderen maedels aus meinem zimmer waren dann auch gerade aufgestanden...) und um kurz vor 10 ausgecheckt.

dann bin ich am toten meer entlang weiter nach norden gefahren, um den Ein Gedi-Nationalpark zu besuchen, wo ich noch ein bisschen wandern wollte. Die Hauptattraktionen von Ein Gedi sind die zwei Wadis, Wadi David und Wadi Agurot. Leider war der Wadi David, den ich eigentlich hoch wollte, geschlossen. zwei tage zuvor war es dort nach heftigen regenfaellen zu einer springflut gekommen und dabei wurde ein amerikanisches ehepaar das gerade dort wanderte von den wassermassen ueberrascht, und der mann kam ums leben. Wadi Agurot war zwar geoeffnet, aber die parkrangerin am einlass sagte mir gleich, dass gerade sehr viele leute im wadi unterwegs seien. darauf hatte ich keine lust, und ich entschloss mich stattdessen spontan dazu, einfach ein paar stunden am strand zu verbringen und mich fuer meine sportliche leistung vom fruehen morgen zu belohnen. ;)

ich fuhr also noch ein stueck weiter, bis beinahe zum nordufer des toten meeres, wo ein strand lag, den ich mir aus dem lonely planet ausgesucht hatte, der Kalya Beach. der war zwar nicht wirklich schoen, aber er hatte liegestuehle, sonnensegel, suesswasserduschen (braucht man dort unbedingt!!) und man konnte sich handtuecher ausleihen. dort blieb ich dann ein paar stunden, zwischendurch recht ungestoert, aber hin und wieder wurden dann ein paar busladungen voll touristen angekarrt, erst ein haufen nigerianer (warum ich das weiss, kommt spaeter...), die sich fuer eine halbe stunde im wasser treiben liessen und dabei bibelstellen rezitierten, und spaeter deutsche und polen. ich hatte mir zum glueck einen platz ganz am ende des strands ausgesucht, der zwar nicht so schoen war, aber dort kamen die wenigsten leute hin. mit zwei englaenderinnen, die nicht weit von mir ihre liegestuehle hatten, habe ich dann noch herzlich gelacht, als wir alle drei unsere erste erfahrung mit dem "floating" machten. das ist wirklich ein ganz komisches gefuehl. man steht bis zum bauch im wasser, und will in die knie gehen, um die schultern einzutauchen, und es geht nicht!! man kommt gar nicht so weit runter. und man kann, wenn man die beine zu einer hockstellung anzieht, sozusagen im wasser "sitzen", und zwar ganz ohne dabei mit den armen rudern zu muessen... und wenn man sich auf den bauch dreht und versucht brustschwimmzuege zu machen, so ist das ziemlich schwierig, weil zum einen der hintern so weit rausguckt und man zum anderen die unterschenkel gar nicht richtig ins wasser bekommt, so einen auftrieb hat man da. es ist wirklich ein irres gefuehl. und das wasser fuehlt sich sehr seltsam an, es ist dickfluessig, beinahe oelig, und man muss wirklich aufpassen, dass einem nichts in die augen kommt. ich habe einmal meinen nassen finger in den mund gesteckt - waehhhh!! es ist salziger als salzig, beinahe schon aetzend.
am strand gab es ausserdem ganz viel von dem beruehmten heilschlamm,. mit dem man sich dann einreiben konnte. ich hab mich mit den englaenderinnen koestlich amuesiert, wir sahen herrlich aus, schwarzgrau von oben bis unten, nur die badeanzuege leuchteten bunt. es war dann etwas schwierig, die kameras zu bedienen ohne sie mit schlamm zu beschmieren, aber wir haben es hinbekommen und uns gegenseitig fotografiert.

gegen halb vier nachmittags hab ich mich dann auf den weg zurueck richtung rehovot gemacht und hab mich prompt total verfahren. auf der autobahn, die ich durch jerusalem fahren musste, hab ich eine falsche abfahrt genommen und als ich einen checkpoint mit einem dutzend schwer bewaffneten maennern passierte sah ich dann auch das schild, das mir sagte, dass ich mich auf einer strasse befand, die geradewegs nach ramallah fuehrte. da wurde mir dann doch ein bisschen mulmig, und ich bin an der naechsten ausfahrt umgekehrt, zuversichtlich, dass ich schnell wieder eine auffahrt auf die richtige autobahn finden wuerde, aber pustekuchen. ich hab mich so sehr verfahren, dass ich irgendwann mitten in jerusalem war, und das zur rush hour. und die israelis fahren wie die henker, das kann man nicht anders sagen. ich habe gut eine stunde gebraucht, um endlich wieder aus jerusalem herauszufinden, ohne strassenkarte... zum glueck stehen auf den meisten strassenschildern die ortsnahmen auch in lateinischer schrift!

nunja, ich bin gut angekommen und hatte noch einen netten abend mit eikes mitbewohnerinnen und einem befreundeten franzosen, der spontan zu besuch gekommen war. wir haben wein getrunken, uns ueber sozialpsychologie und neurobiologie (der franzose war im weizman institut in der neurobio-forschung) unterhalten und uns gegenseitig logikraetsel gezeigt. :)

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