abschiedsbierchen mit glühgewürm

heute war unser letzter vorlesungstag.
die präsentation unserer projektergebnisse war schön, spannend, und es sind wirklich ganz tolle sachen dabei herausgekommen. am liebsten hätte ich ja von allen dingen ein exemplar, aber nur die drei dozenten haben jeweils eins bekommen und dann eben noch jedes mitgleid der eigenen gruppe. nunja, wenn ich bedenke, dass wir unser buch dann in insgesamt 31facher ausführung hätten herstellen müssen - puh. es war auch so schon eine heidenarbeit...

jetzt komme ich gerade von der obermühle, wo wir mit ca der hälfte des matrikels und unserem kunst-dozenten etwas essen und trinken waren. ich glaube, er war sehr skeptisch, was das wohl für einen abend geben würde... ich jedenfalls fand, es war ein wirklich schöner abend. wir haben viel gelacht, und das tut mir immer gut. wir haben ihn ein bisschen ausgequetscht, und manchmal fand ich es schon ein bisschen zu viel, lasst dem armen mann doch sein privatleben, hätt ich am liebsten manchmal gesagt. aber er hat es mit gelassenheit genommen, der gute. :o)
er hat interessante ansichten, und man kann sich sehr gut mit ihm unterhalten. ich hoffe, es wird sich noch öfter mal die gelegenheit zu guten gesprächen mit ihm geben, vielleicht mit nicht ganz so vielen leuten auf einem haufen. es ist manchmal wirklich nicht einfach, seine aufmerksamkeit auf so viele personen gleichzeitig zu verteilen...

auch noch schön war: ich hab glühwürmchen gesehen! das erst mal wieder seit jahren. das ist schon sehr faszinierend, diese kleinen grünen pünktchen, die überall durch die schwarze nacht schweben. stundenlang könnte ich ihnen einfach nur zusehen, wie sie vorbeischweben, manchmal flackern, plötzlich "ausgehen" und dann wieder anfangen zu leuchten. es gibt zwar viel schreckliches auf der welt, aber auch so viel wunderschönes, und ich bin dankbar, dass ich diese schönheit wahrnehmen darf und dass sie in mir noch staunen und ehrfurcht und freude hervorruft...

was mich im nachhinein ärgert, oder eher traurig macht, ist zu erkennen, dass ich manchmal doch eine ganz schöne fassade aufsetze. oder nein, das ist nicht das richtige wort. ich merke, wie ich mich bemühe, präsent zu sein. wahrgenommen zu werden, ja nicht übersehen zu werden. und dann bin ich... zwar nicht nicht ich selbst, aber zu übertrieben ich selbst, versuche meine guten seiten herauszukehren. versuche lustig zu sein und fröhlich, auch wenn mir vielleicht gerade eher nach still sein und gedankenverloren vor mich hinstarren ist. und wenn ich es dann merke, schäme ich mich vor mir selbst, und ich denke: warum mache ich das? eigentlich widerstrebt es mir, eigentlich fühle ich mich viel wohler in meiner haut, wenn ich wirklich ganz ich selbst bin, ganz kongruent (tolles wort, dieses semester gelernt - rogers sei dank, *lol*). das alles überwältigende bedürfnis nach sozialer anerkennung ist das wohl. ach, wie gesteuert man doch ist von solchen in dem augenblick nicht bewussten psychischen vorgängen. von innen fremdgesteuert irgendwie...
und dann merkt man erst im nachhinein, wie anstrengend das eigentlich ist, solche fassaden aufrecht zu erhalten. zum glück bin ich nicht immer so... ich bin völlig geschlaucht...

deswegen geh ich jetzt auch ins bett. morgen elf uhr treffen mit cordez und tobi, einkaufen in zgorgelec und halb 12 wieder lerngruppe. hoffentlich schaffen wir es, die persönlichkeitstheorien bis morgen fertig zu kriegen, so dass ich am wochenende nur noch wiederholen muss. rieman, kelly rogers. ich bin mir sicher, dass auch freud drankommen wird, aber den schaff ich nur noch oberflächlich, genauso wie könig. ach, wird schon. letztes jahr wars auch besser, als ich dachte.
Inga (anonym) - 30. Jun, 11:50

gedanken zum sein

hi süße!
ich glaube, dass das mit der eigenen persönlichkeit kongruent sein mit zwei wesentlichen sachen zu tun hat und zwar mit der eigenen vorstellung der wirklichkeit und der wahrheit. ich versuche das mal an einem beispiel zu erklären: dein nachbar bietet dir seine hilfe an. dir fällt es aber schwer diese anzunehmen, weil du dem nachbarn aufgrund verschiedener vorkommnisse misstrauisch gestimmt bist. deine vorstellung von wirklichkeit könnte in diesem moment sein, dass du glaubst, dass er etwas im schilde gegen dich führt - logisch, oder? aber die wahrheit ist ja in diesem moment, dass er dir seine hilfe anbietet. eigene wirklichkeitsvorstellung und wahrheit stimmen in diesem moment nicht überein. und so kommt es oft dazu, dass wir uns selbst im weg stehen. vielleicht hilft es dir ja, mal eigene wirklichkeit von der wahrheit zu trennen. so fallen dann einige "fassaden" - und du verstellst dich automatisch nicht mehr.
vielleicht hilft dir der gedankengang ja ein bisschen weiter.
kussi

PhOeNiXe - 30. Jun, 17:19

hm nee, ich glaub das ist nicht so ganz was ich meine. also eigentlich wars ja auch eine eher rhetorische frage, denn ich weiß ja, warum ich das mache - aus dem bedürfnis nach sozialer anerkennung heraus. wenn alle lachen und fröhlich sind, und ich nicht, ist das im sinne der situationsangemessenheit dann noch ok, ohne dass ich in dieser situation ein stück meiner sozialen anerkennung verliere? und dann natürlich, dass ich ja möchte, dass man mich gut findet. ;o) dass ich angst habe, man könnte mich nicht gut finden, wenn ich so bin wie ich wirklich bin - da muss ich wohl noch an meiner selbstwertschätzung arbeiten...
aber danke fürs gedanken machen...
ich freu mich aufs nächste woe! :o)
*knutschi*

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