jobben und co.
das praxissemester hat begonnen! seit einer woche bin ich jetzt in rottweil. es ist nett hier, die stadt ist hübsch, spricht mich aber bei weitem nicht so an wie görlitz. und sie ist nur knapp halb so groß wie görlitz, dementsprechend wenig ist auch los.
im institut fühle ich mich wohl, alle sind sehr nett und die arbeitsatmosphäre ist sehr locker und angenehm, mit einem hund, der einem zwischen den füßen herumwuselt und einer katze, die eine eigene kiste auf dem schreibtisch stehen hat und einem über die tastatur spaziert, wenn sie meint, es sei jetzt viel wichtiger, katze zu streicheln als zu arbeiten. ;o)

bis jetzt beschränken sich meine aufgaben auf bürotätigkeiten, telefonanrufe entgegennehmen, seminaran- und abmeldungen zu bearbeiten, kopieren, drucken, faxen, briefe eintüten, material für die seminare vorbeiten - alles was eben dazu gehört. morgen und samstag findet das erste seminar nach der sommerpause statt, da werden wir dann für den aufbau der technik zuständig sein, snacks bereitstellen und sonstiges organisatorisches drumherum erledigen, und dann aber eben auch an dem seminar teilnehmen. ich bin gespannt!
my half-year internship has started! I've been in rottweil for one week now. it is nice, the town is pretty, but it's by far not as appealing as görlitz is. and it is only half the size, so there is not a lot to do around here.
in the institute everyone is nice and the working atmosphere is easy going, with a dog running around between your legs and a cat that has it's own cardboard box on the desk and walks across your keyboard when it's of the opinion that being stroked is much more important right now than working. ;o)
right now my main task is office managment, answering the phone, working on the applications for the seminars, photocopying, sending faxes and letters, printing stuff and preparing the material for the seminars. tomorrow and saturday will be the first seminar after the summer break, and me and my fellow internees will prepare the technical equipment, provide some snacks, manage all the other organisational stuff and finally also participate in the seminar. I'm looking forward to it!
PhOeNiXe - 6. Sep, 19:45
meine arbeit bringt es mit sich, dass ich über kurz oder lang immer mal wieder mit dem tod konfrontiert werde. das ist nicht immer eine unangenehme erfahrung, aber es bleibt nicht aus, dass ich doch, vielleicht öfter als andere menschen, über den tod nachdenke.
gestern, bevor ich zur arbeit ging, dachte ich daran, dass ich manchmal ein wenig angst habe vorm arbeiten, wenn ich eine tour schon einige wochen nicht mehr gefahren bin. nicht davor, dass ein patient gestorben sein könnte - der ist dann einfach nicht mehr in der tour drin. aus den augen, fast aus dem sinn sozusagen. aber ich betreue auch einige ehepaare. und gestern dachte ich daran, wie schrecklich es sein müsste, nach einigen wochen wieder zu einem dieser ehepaare zu fahren und feststellen zu müssen, dass in der zwischenzeit einer der partner gestorben ist. man wird mit ganz viel trauer konfrontiert, und wie geht man damit um? wie geht man dann mit der eigenen trauer um, die doch auch aufkommt, wenn man den patienten gerne gehabt hat?
ach, nicht dran denken, dachte ich, die leben schon noch alle.
dann kam ich gestern während der tour zu einer patientin, die mit ihrem mann in einer kleinen wohnung lebte. sie saßen immer zusammen im wohnzimmer wenn ich kam, jedes mal das gleiche bild, und ich hatte immer den eindruck, auf der wohnung läge ein teppich aus schweigen. ob sie sich wohl nicht mehr viel zu sagen hatten, nach fast sechzig jahren ehe?
als ich gestern also kam, saß der mann nicht im wohnzimmer. "ist ihr mann heute gar nicht da?" fragte ich die patientin.
"mein mann ist heute mittag gestorben" antwortete sie mir.
manchmal wird man vom leben ins kalte wasser geschubst, um eben doch die lernerfahrung zu machen, die man eigentlich fürchtet. und manchmal schneller als man denkt.

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PhOeNiXe - 21. Jan, 13:36
im moment komme ich abends nach der arbeit nach hause und bin so erschöpft, dass ich am liebsten heulen möchte. ich habe zwei zeitaufwändige patienten mehr in meiner tour, so dass ich mich sehr beeilen muss (und obendrein noch früher anfange und später aufhöre), und wenn dann die bereitschafts-patientin noch nach mir verlangt, dann ist es nur noch stress und hetze, und am schluss bin ich doch immer zu spät dran und die patienten meckern.
ich hatte mich jetzt wahnsinnig aufs wochenende gefreut, denn ich war nur für die spättour eingeteilt, und so hätte ich wenigstens tagsüber mal frei gehabt – bzw. hätte die zeit dringend benötigt, um mir die literatur für die hausarbeit ins hirn zu kloppen und eine erste gliederung zu erstellen und mit tobi die arbeitsteilung zu besprechen. jo, und jetzt komm ich heute ins büro und sehe im übergabebuch, dass ich am woe eine von den früh-touren noch mit übernehmen muss, weil eine kollegin krank ist. aber nicht, dass ich mal angerufen worden wäre, dass man mich mal gefragt hätte, nein! einfach vor vollendete tatsachen gestellt. ich hätte da im büro echt losheulen können und musste mich tierisch zusammenreißen, weil noch zwei kolleginnen da waren.
jetzt bin ich zuhause und könnte das mit dem heulen ja nachholen, aber es ist keiner da, der mich trösten könnte.
ich hab immer die stimmen meiner kommilitoninnen im ohr, die oft sagen: „mensch, ich bewunder dich sehr, wie du das schaffst, dass du soviel kraft hast…“ echt bitter. ich fühl mich nicht so, als hätte ich die kraft. ich weiß nicht, ob ich das noch ein weiteres halbes jahr so durchstehe. geschweige denn, wie ich die prüfungen schaffen soll.
ich beneide die kommilitoninnen, die heute schon für die weihnachtsferien nach hause gefahren sind und am 2. januar erst wiederkommen, die nicht arbeiten und die keine hausarbeit schreiben müssen. die können sich richtig erholen und weihnachten genießen…
so, genug rumgejammert. ich habs ja so gewollt, also muss ich das auch durchziehen. trotzdem bete ich, dass ich BAföG bewilligt bekomme, damit ich etwas weniger arbeiten muss. morgen ruf ich beim BAföG-amt an und mach denen beine.
PhOeNiXe - 15. Dez, 23:30
wenn man sich so wie ich in einer fremden stadt mit dem auto bewegen muss, ist dankbar, dass es so etwas wie stadtpläne gibt. mittlerweile kenne ich die kürzesten wege auf meiner arbeits-tour, und die muss ich auch kennen, denn die zeiten sind knapp bemessen! dumm wird es nur, wenn, wie zur zeit in görlitz, täglich eine neue baustelle auftaucht, und einen auf umleitungen schickt, über straßen, die man noch nie gesehen oder befahren hat. noch dümmer ist es, wenn es dunkel ist, und sowieso alles ganz anders aussieht als am tag, und man noch nicht mal die straßenschilder lesen kann. auf diese weise hab ich mich schon mehr als einmal heftig verfranst (oder schreibt man das mit z?), und die zeit rennt! wenn ich dann hektisch werde, ist der dienst verloren. dann ist der rest auch hektisch, und ich komme unglaublich gestresst nach hause.
wenn ich herausfinde, wie ich hier einträge zurückdatieren kann, dann werde ich auch noch den bericht von meiner ersten schicht, die ich alleine gefahren bin, einstellen.
PhOeNiXe - 25. Okt, 09:58
...ist ganz schön anstrengend. vor allem, wenn man zwischendrin keine pause machen kann. um 17:15 uhr ist die letzte vorlesung zuende, und um kurz vor 6 muss ich im büro sein, schlüssel und übergaben holen. gestern ging es ja noch, weil ich erst um 14 uhr angefangen habe, aber heute gings um acht uhr los und hört um 17:15 uhr auf. pause von 11:30 bis 14 uhr, da muss ich ganz schnell was in der mensa essen, dann nach hause rasen, denn ich hab ja noch "kehrwoche", und ich weiß nicht, wann ich sonst den flur putzen soll - ich hab einfach keine zeit.
die skripte für die vorlesungen lese ich morgens beim kurzen frühstück oder in den 15 minuten zwischen den vorlesungen. die restliche zeit schlafe ich - entweder wie ein stein, oder mit wirren träumen von patienten, krankenhäusern und ähnlichem. hoffe es pendelt sich alles etwas ein.
ich hatte ja eigentlich gedacht, dass ich täglich nur zwei stunden arbeiten muss, und das von 18 bis 20 uhr oder so. jetzt sind es vier, und ich bin um halb 11 zuhause. it makes a hell of a difference.
PhOeNiXe - 25. Okt, 09:50
Vorgestern hab ich bei dem einen pflegedienst hospitiert und bin eine abendrunde mitgefahren – viel wars nicht, hauptsächlich insuline spritzen. Das anstrengendste dabei waren die vielen treppen, die zu laufen waren – aber daran werde ich mich gewöhnen müssen. Die stadt hat viele der plattenbauten zu behindertenwohnungen erklärt – aber behindertengerecht saniert sind sie nicht, geschweige denn dass es aufzüge gäbe.
Was sehr ungewohnt ist, ist die tatsache, dass man von den kollegen und vorgesetzten immer mit „schwester (kathrin)“ angesprochen wird. Schon als ich die bewerbung abgegeben habe, bevor ich überhaupt ein vorstellungsgespräch hatte, sprach mich der mann der chefin mit „schwester kathrin“ an. So dann auch die frau, auf deren runde ich mitgefahren bin. Das finde ich sehr irritierend, und ich mag es auch nicht – ich definiere mich ja schließlich nicht über meinen gelernten beruf. Man duzt sich auch unter kollegen nicht, was irgendwie eine sehr förmliche atmosphäre schafft. Nun ja, hauptsache ich habe erst mal einen job, ich kann ja dann immer noch weitersuchen…
PhOeNiXe - 7. Okt, 17:36
gestern bin ich zufällig einer ersten jobmöglichkeit über den weg gelaufen: inventur im möbelhaus. ich also frohgemut hin, mich vorgestellt, personalbogen ausgefüllt – und da der haken: ich bin ja noch offiziell bis 30.9. in der klinik beschäftigt, das heißt ich kann bis dahin gar nix anderes machen, da ich sonst direkt in die steuerklasse 6 eingestuft würde – und damit mehr steuern zahlen müsste, als ich verdient hätte. schade! aber für die zukunft ist das eigentlich eine gute möglichkeit, mal schnell für einen tag ein paar euro dazu zu verdienen. jetzt am jahresende oder zum jahresanfang machen sie ja alle inventur, da muss ich einfach mal die augen aufhalten oder ganz dreist nachfragen…
auf dem weg in die stadt komme ich außerdem an einem mobilen pflegedienst vorbei (von denen es hier ja auch einige gibt), da wird ich nachher mal reinschneien und fragen, ob sie generell studentinnen nehmen und ich mich bewerben darf.
morgen muss ich unbedingt auch zum einwohnermeldeamt, mich anmelden gehen und eine lohnsteuerkarte holen. das wollte ich eigentlich heute tun, und gleich im anschluss ein bankkonto eröffnen, aber der mensch bei der bank, mit dem ich gestern sprach, sagte mir, dass mittwochs die ämter hier nicht offen sind. hab ich auch noch nie gehört, aber was solls… *schulterzuck* ...hab ja im moment genug zeit.
PhOeNiXe - 21. Sep, 12:35