stadtgeschichten

Sonntag, 20. Mai 2007

besuch

gerade haben sich mama und papa wieder auf den heimweg gemacht. sie waren seit donnerstag hier in görlitz, und wir hatten ein wirklich schönes, entspanntes wochenende. ein zusätzliches bonbon war, dass eine kollegin mir spontan meinen wochenenddienst abgenommen hat, so dass ich nicht noch den arbeitsstress hatte - super!! und außerdem war das wetter wirklich toll - am donnerstag noch ein bisschen kühl, aber dann wurde es immer wärmer, und ich hab von gestern sogar ein kleines bisschen sonnenbrand.

donnerstags waren wir in zgorgelec einkaufen, und abends habe ich lecker gekocht. anschließend haben wir uns mit ein paar meiner freunde, die ihrerseits auch besuch hatten, in der schwarzen kunst getroffen.

am freitag sind wir nach bad muskau gefahren und sind im fürst-pückler-park spazieren gegangen, einem ganz tollen, riesigen landschaftspark. das nächste mal, hab ich mir vorgenommen, fahre ich mal mit dem rad durch, denn er ist so groß, dass wir nur einen bruchteil davon sehen konnten. das obligatorische eis durfte natürlich nicht fehlen und war auch wirklich ausgesprochen gut. abends waren wir dann recht müde, und haben, nachdem wir gekocht und gegessen hatten, nur noch ein bisschen ferngesehen und sind dann schlafen gegangen.

gestern sind wir den ganzen tag in görlitz herumgelaufen, in der altstadt
und der nikolaivorstadt, sind über den schönen nikolaifriedhof
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spaziert, durch den ölberggarten, durch die lunitz und dann an der neiße entlang. ein päuschen im ratscafé am untermarkt, und später auf der sonnenterrasse der vierradenmühle.
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abends, nach einem stündchen beine ausruhen, sind wir dann noch einen meiner lieblingsspazierwege gegangen, hinten an der brauerei und der parkeisenbahn vorbei, runter zum volksbad und an der neiße entlang zur obermühle. dort haben wir auf der terrasse zu abend gegessen, was auch sehr lecker war - zumindest das hauptgericht. das hausgebraute bier war diesmal ziemlich verwässert, und die quarkkeulchen, die wir zum nachtisch bestellt hatten, nicht durch - die haben wir dann auch zurückgehen lassen und dafür einen schnaps aufs haus bekommen (dank tino habe ich jetzt auch becharovka kennengelernt. ich stehe imm allgemeinen nicht auf hochprozentiges, aber becharovka schmeckt nach pfefferkuchen und ist echt lecker!). die stimmung ist dafür aber um so schöner dort unten, herrlich idyllisch der blick auf neiße, wald und viadukt, von der abendsonne beschienen, vogelgezwitscher, entenquaken und das rauschen des wassers auf der staustufe. hach....
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heute früh haben mapa dann in der pension (villa molkerei) gefrühstückt und sind um halb neun noch kurz zum tschüss sagen vorbei gekommen.

seit gestern hab ich jetzt dummerweise noch ne heftige erkältung und hab nen richtig dicken kopf - hoffe, dass das ich das bis ende der woche wieder einigermaßen im griff hab.

Samstag, 23. September 2006

energiepreiswucher

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Bild von Pixelquelle.de


wenn ich gewusst hätte, dass heute meine nebenkostenabrechnung kommt, hätte ich mir den kinobesuch vorgestern gespart, und auch die karte fürs clueso-konzert heute abend.
wir müssen sagenhafte 1078.87 euro nachzahlen, und davon sind nur 40 euro strom, der rest ist gas!

liebe stadtwerke görlitz, danke! kein wunder, dass es hier so viele arme menschen gibt, die sich mit ihren kleinen unterbezahlten jobs kaum über wasser halten können - es wird alles von eurem gierigen rachen verschlungen!!

und wenn ich dann in einem jahr damit fertig bin, das ganze abzuzahlen, kommt die nächste rechnung, und alles geht von vorne los, oder wie??

wie kann es sein, dass ein grundbedürfnis zu befriedigen, nämlich es wenigstens so warm zu haben, dass man im winter nicht erfriert oder zumindest mal nicht lebensbedrohlich krank wird, so viel kostet???

ich meine, ich heiz schon immer nur grad so, dass ichs aushalten kann, wenn ich dicke socken, hausschuhe und ne fette strickjacke trage. ich verstehs einfach nicht. *kopfschüttel*

gibt es jemand hier in görlitz, der vielleicht schon ne sammelklage laufen hat, wo ich mich einklinken könnte??

Dienstag, 12. September 2006

blick auf görlitz

yay! mittlerweile gibt es dank einer spendenaktion auch eine webcam auf polnischer seite, die die altstadtbrücke und einen ausschnitt von görlitz zeigt.
zum angucken: hier entlang!

Mittwoch, 21. Juni 2006

tage des donners

manchmal braucht es drei gewitter, um die luft klar zu waschen und sie wieder atembar zu machen.
schon lange nicht mehr habe ich so deutlich die bedeutung des wortes schwül am eigenen leib erfahren.
tropisches görlitz könnte man fast sagen.

heute war übrigens 'fête de la musique' in görlitz, viele bands, chöre, orchester haben überall umsonst gespielt. ich musste arbeiten, wie immer, wenn so was tolles ist.
huschke war heute auch in der stadt, aber den hab ich ja schon zwei mal gesehen.
um dreiviertel elf war ich fertig mit der arbeit und mit den nerven, und durstig. und dann hab ich was getan, was ich nur selten tue: ich habe mich in eine kneipe an die bar gesetzt, alleine ein bier getrunken und ein bisschen mit der besitzerin carmen erzählt, bis ich vor müdigkeit fast vom hocker gefallen bin.

Mittwoch, 31. Mai 2006

ost-euphemismen

Platte

jeden abend, wenn ich auf meiner arbeitstour durch königshufen, eins von görlitz' plattenbau-vierteln fahre, muss ich aufs neue vor mich hin grinsen. die leute, die mich da alleine im auto sitzend und grinsend sehen, halten mich bestimmt für meschugge... :o)

der grund dafür sind jedenfalls die herrlichen straßennamen, die sich die ddr-stadtplaner ausgedacht haben, um der tristen ölsardinen-konserven-atmosphäre einen hauch, eine illusion von idylle zu verleihen. darunter findet man namen wie "am wiesengrund", "am feierabendheim", "am jungbrunnen", "am jugendborn", "an der terrasse" und so weiter.

ich frage mich manchmal, was wohl die menschen damals gedacht haben. als die platte gerade neu gebaut war, und ihnen dort wohnungen zugewiesen wurden. waren sie erschrocken? traurig? oder war das damals einfach unwichtig? oder gab es erst mal eine welle der begeisterung für den sozialismus, so dass man gerne im kollektiv gewohnt und gelebt hat, gleich unter gleichen? (und wieder einmal wird mir klar, wie wenig ich eigentlich weiß, über die geschichte meines landes, die ja auch ein stückweit meine eigene ist...)

ich jedenfalls muss erstmal grinsen, und dann werde ich nachdenklich. und immer wieder fällt mir ein gedicht ein, das ich damals im deutschunterricht gelernt habe, und das so beginnt:

Nah wie die Löcher eines Siebes stehn
Fenster beieinander, drängend fassen
Häuser sich so dicht an, dass die Straßen
grau geschwollen wie gewürgte stehn.
....
Alfred Wolfenstein: Städter

Mittwoch, 3. Mai 2006

right now in görlitz / zgorzelec...

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blick auf die grenze an einem schönen lauen frühlingsabend...
das foto ist von der görlitzer webcam, die auf homepage von görlitz zu sehen ist (siehe linkliste). übrigens hätten die zgorzelecer auch gerne eine webcam, damit man auch die deutsche stadtsilhouette (die ja nun doch um einiges schöner ist als die polnische... ;o)) auf der homepage sehen kann. leider haben sie kein geld dafür, und deswegen gibt es eine spendenaktion. oh, eigentlich wollte ich die verlinken, aber ich finde sie nicht mehr. ich reichs nach.

auf der brücke sieht man übrigens noch teile der ausstellung eines deutsch-polnischen photographie-projektes. ich habs noch nicht gesehen, bin aber heute dran vorbei geradelt, und es sah sehr interessant aus. morgen nachmittag werde ich es mir vielleicht mal ansehen.

Mittwoch, 12. April 2006

wenn schon essen, dann in görlitz - wir bauen weiter, jetzt erst recht!!

tja, leider leider ist görlitz/zgorzelec nicht kulturhauptstadt geworden. sehr, sehr schade, wie ich finde. die stadt hätte es verdient und auch gebraucht.

wie es jetzt wohl weiter geht? "wir bauen weiter - jetzt erst recht!" hat der bürgermeister gestern abend verkündet, nachdem er aus brüssel zurückgekommen war und sich den an und auf der altstadtbrücke wartenden, enttäuschten, aber nichts desto trotz feierwilligen menschen stellen musste (wie kann man denn auch anders, als nicht feiern, wenn es freibier gibt, die bands schon engagiert und das feuerwerk schon aufgebaut ist?? ;o)).

die offizielle stellungnahme der städe görlitz und zgorzelec kann man hier lesen: "Wir bauen weiter!"

ich hoffe sehr, dass die leute, die sich für die kulturhauptstadt engagiert haben, jetzt nicht den kopf in den sand stecken und vor lauster frustration und enttäuschung ganz aufgeben. es wäre schade um görlitz, um diese wunderschöne stadt, in der meiner meinung nach wahnsinnig viel potential steckt. so viel steht leer, so viele phantastische alte gebäude, ehemalige fabriken, in denen man irre tolle projekte ansiedeln könnte - wenn es nur arbeit gäbe. warum will keiner hier her? warum kommen keine firmen hier her, hier, wo immobilien und baugrund so unglaublich billig sind? wo mehr als genug leute willige arbeiter wären? was könnte man großartiges schaffen!
ich versteh es einfach nicht.

wenn ich mehr zeit hätte, und ich wünschte so sehr, es wäre so, dann würde ich mich gerne auch engagieren. ich würde gerne bei solchen projekten mit machen. ich würde als erstes wieder polnisch lernen (das war das erste, das ich aus zeitmangel aufgegeben hab, weil ich einfach nicht wusste, wann ich dafür lernen soll, neben all den anderen wichtigen sachen...), und würde mithelfen, dass die stadt wieder zusammen wächst.
es gibt ja noch viele leute, die das nicht wollen. und es ist auch sicher nicht so einfach möglich, da ist immer noch eine grenze, die görlitz teilt, und die man noch immer nicht überschreiten darf, ohne dass furchteinflößende grenzbeamte mit misstrauischen blicken deinen ausweis kontrollieren.

aber es ist ja auch schon viel passiert, es gibt große bemühungen zur zusammenarbeit auf beiden seiten, viele tolle projekte, über die man sich auf den webseiten von görlitz (siehe linkliste rechts) informieren kann.

dennoch bekomme ich hier eine ahnung, wie sich manche berliner vor der wende gefühlt haben mögen, angesichts einer wie mit einem schwert geteilten stadt. es tut weh in der seele. so empfinde ich, und ich bin noch nicht mal görlitzerin. man stelle sich vor, wie das wäre, wenn man heidelberg einfach so teilen würde? wenn der neckar plötzlich eine grenze wäre, und neuenheim und handschuhsheim wären ab sofort kein teil von heidelberg mehr? schreckliche vorstellung, nicht wahr?

der krieg ist schon lange vorbei. ich kann mir nicht anmaßen zu denken, ich hätte einen hauch von ahnung, was krieg in wirklichkeit bedeutet für die, die ihn erlebt haben. aber hier sind für mich die geister der vergangenheit noch spürbar, in diesem landstrich, in schlesien, das früher mal zusammen gehörte und jetzt halb deutsch, halb polnisch ist. die meisten meiner patienten stammen ursprünglich aus schlesien, aus dörfern, die heute in polen liegen. kaum eine/r ist echte/r görlitzer/in.

ich weiß nicht warum, aber ich empfinde die geschichtsträchtigkeit dieses ortes, an dem ich lebe, hier viel mehr, als an allen anderen orten, an denen ich bis jetzt gelebt habe. ich wünschte, ich hätte mehr zeit, darüber zu lesen. vielleicht bleibe ich länger, als das studium dauert. vielleicht.

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das foto ist mit freundlicher genehmigung von der görlitz2010 seite entnommen. danke!

Freitag, 10. Februar 2006

taschengeld

als ich es zum ersten mal von jemand hörte, hielt ich es für einen witz:
angeblich bekäme man als student, wenn man in görlitz seinen hauptwohnsitz anmeldet, jedes jahr im januar 50 euro vom einwohnermeldeamt geschenkt.
es stimmt tatsächlich! görlitz ist so froh über jeden, der sich hier anmeldet, dass sie das belohnt. wie das bei leuten ist, die keinen studentenstatus haben, weiß ich allerdings nicht.
weil das meldeamt ziemlich außerhalb der stadt liegt und auch mit dem öpnv nicht gut zu erreichen ist, war es etwas schwierig hinzukommen, aber dann konnte ich mir doch mit ludwig und denis das auto von claudia ausleihen und wir haben es gerade noch geschafft, uns am 31. januar die schecks abzuholen. denis hatte leider pech, denn der hatte nur seine imma-bescheinigung vom kommenden sommersemester dabei, und die schnepfe im amt weigerte sich standhaft, den scheck ohne den letzten imma-schein rauszurücken. das muss man sich also direkt mal merken: auf kulanz kann man da nicht hoffen, und auf freundlichkeit sowieso nicht. *pfff*
naja. aber 50 euro haben oder nicht haben, gell!

Freitag, 2. Dezember 2005

winterwonderland

heute hab ich mal ein paar aktuelle bilder für euch. im moment zeigt mein thermometer -3°C an; auf meiner tour gestern zeigte das thermometer des dienstautos -6°C, und als ich durch königshufen fuhr, spiegelte sich in den vereisten pfützen auf den straßen die straßenlaternen...

das sehe ich, wenn ich auf dem bett liege und aus meinem schlafzimmerfenster schaue:

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und so sieht ein teil des gartens aus, wie ich ihn von meiner loggia aus sehe:

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die elisabethstraße in görlitz:

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Dienstag, 29. November 2005

stadt-lektion nummer eins:

das fahrradfahren auf verschneitem, mittelalterlichem kopfsteinpflaster ist nicht zu empfehlen.

hab mich gestern abend mal kurz aber heftig mitsamt drahtesel auf die nase gelegt. zum glück war ich mit ziemlich vielen kleiderschichten gut gepolstert, so dass ich mir nix getan hab!

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wie ist das wetter in görlitz?

Aktuelles Wetter in Goerlitz:


Temperatur: 21 C
UV Index: 4
Luftfeuchte: 78 %
Sichtweite: Unlimited km
Luftdruck: 987.1 mb
Windstärke: 3 km/h

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ich lese gerade:


Nana Nauwald, Felicitas D. Goodman
Ekstatische Trance. Das Arbeitsbuch.


Rupert Sheldrake
Der Siebte Sinn des Menschen


Albert Sanchez Pinol, Angelika Maass
Im Rausch der Stille


Jean-Christophe Grangé
Das schwarze Blut