texte

Sonntag, 19. August 2007

kitsch

manchmal fühlt sich das leben selbst so kitschig an, dass man, wenn man es zu papier gebracht hat kaum noch lesen möchte. manchmal geht es aber doch, und nach jahrelanger schreibblockade hat mir das leben auf der heimreise am montag einen kitschigen moment geliefert, den ich einfach nicht unbeschrieben lassen konnte. hier ist er (an eine übersetzung wage ich mich nicht ran, aber wer mag - tut euch keinen zwang an!):

sometimes life itself feels so tacky, that once you committed it to paper you can hardly stand to read it. but sometimes it actually works, and after a writer's block that lasted for years, on monday life presented me with a moment of kitsch, that I just couldn't leave un-commented. here it is (I don't have the courage to translate it, but whoever feels up to it - pleas don't hesitate to do so!).


Abschied und Heimkehr

Wie von warmem Gold begossen
Steh'n die Wälder dort im Abendlicht
Während sich die zugbewegte Landschaft
einer sanft geschwungnen Woge gleich
an meinen müden Augen bricht.

Und als das Gold sich langsam wandelt
in rötlich-blaue Dämmerung,
da fahr ich hin und zugleich fort.
Und angekommen ist, was gestern mich noch rührte,
morgen sehnsuchtsvoll Erinnerung.


abendlicht
picture by Sinai Brown

Sonntag, 24. September 2006

Im Herbste

Im Herbste

Es rauscht, die gelben Blätter fliegen,
Am Himmel steht ein falber Schein;
Du schauerst leis und drückst dich fester
In deines Mannes Arm hinein.

Was nun von Halm zu Halme wandelt,
Was nach den letzten Blumen greift,
Hat heimlich im Vorübergehen
Auch dein geliebtes Haupt gestreift.

Doch reißen auch die zarten Fäden,
Die warme Nacht auf Wiesen spann -
Es ist der Sommer nur, der scheidet;
Was geht denn uns der Sommer an!

Du legst die Hand an meine Stirne
Und schaust mir prüfend ins Gesicht;
Aus deinen milden Frauenaugen
Bricht gar zu melancholisch Licht.

Erlosch auch hier ein Duft, ein Schimmer,
Ein Rätsel, das dich einst bewegt,
Daß du in meine Hand gefangen
Die freie Mädchenhand gelegt?

O schaudre nicht! Ob auch unmerklich
Der schönste Sonnenschein verrann -
Es ist der Sommer nur, der scheidet;
Was geht denn uns der Sommer an!

Theodor Storm

Mittwoch, 12. Juli 2006

wie sieht dein gesicht aus wenn du schläfst

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wie sieht dein gesicht aus wenn
du schläfst was siehst du
wenn du gedankenverloren in den
himmel blickst wenn du dich
freust wie fühlt sich das an
sprichst du wohl mit deinen
blumen und wenn du nachdenkst
stützt du den kopf in die hände?
hältst du auch den
atem an wenn du die sonne
aufgehn siehst und wenn es grad
am schönsten ist möchtest du
manchmal weinen wirbelst du auch
das laub auf wenn du spazieren gehst
und fürchtest du dich manchmal
im dunkeln?
kannst du fliegen in deinen träumen
wenn du wütend bist macht
dich das stark vergoldet sich
dein gesicht im abendlicht und
liebst du auch das gewitter wenn
du zuhause im warmen bist?
was fühlst du wenn
du geliebt wirst kannst du
schwach sein in jemandes armen
machst du verrückte dinge wenn
du glücklich bist und wenn es
niemand hört, sprichst du mit dir selbst?
weißt du auch manchmal dinge
ohne sie wissen zu können hörst
du in einsamen stunden die zeit
kannst du auch erinnerungen
riechen und spürst du’s wenn
ich an dich denke?

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